Tagung der Coburg-Konferenz in Selbitz

Vom 5.-9. Oktober tagte die ökumenische Coburg-Konferenz im Gästehaus der Christusbruderschaft Selbitz zum Thema: Die Bedeutung der Kommunitäten für die Kirche heute.

Pressemitteilung vom 9. Oktober 2017

Regionalbischöfin ist dankbar für Klöster und Gemeinschaften

„Klöster und Kommunitäten leisten einen unverzichtbaren, wesentlichen Beitrag zur Erneuerung der Kirche“ – so Regionalbischöfin Greiner anlässlich einer ökumenischen Konferenz im Gästehaus der Christusbruderschaft in Selbitz.

Die Reformation habe zwar dazu geführt, dass im 16. Jahrhundert unzählige Klöster aufgelöst wurden. Doch insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg seien evangelische Orden entstanden und auch in der Gegenwart bildeten sich neue Kommunitäten, die als Orte der Erneuerung – der Reformation – des kirchlichen und persönlichen Lebens empfunden werden.

Die Mitglieder der internationalen 30-köpfigen Coburg-Konferenz aus Anglikanern, Lutheranern, Katholiken und Unierten zeigten sich bei ihrer Tagung in Selbitz allesamt dankbar für die Orden, die in ihren Kirchen noch oder neu leben. Regionalbischöfin Greiner dankte der ökumenischen Lebensgemeinschaft Schloss Craheim und der Christusbruderschaft Selbitz, für ihre Impulse, die sie in den Kirchenkreis Bayreuth und die ganze Kirche einbringen: „In der Christusbruderschaft ist ein Ort stetigen Gebets und großer Gastfreundschaft. Hier finden Pfarrer und Pfarrerinnen für sich selbst Seelsorge und Kirchenvorstände haben einen geistlichen Rahmen, der ihnen hilft über wesentliche Fragen und geistlichen Gemeindeaufbau nachzudenken.“

Dieser klösterliche Rahmen tat auch der Coburg-Konferenz gut, die auf Einladung von Regionalbischöfin Greiner in Selbitz tagte. Die Delegationsmitglieder tauschten sich aus über Kommunitäten, Orden und die neuen so genannten „emergenten Gemeinschaften“. So etwa gelang es der Gemeinschaft „Refo Moabit“ in der Mitte Berlins eine geschlossene, stillgelegte Kirche wieder zu öffnen und zu beleben, sowie einen neuen Kindergarten zu betreiben. Solche neuen Gemeinschaften sind oft überkonfessionell (lutherisch, katholisch, baptistisch, methodistisch usw.), man könnte auch sagen: sie sind nachkonfessionell. Wichtig sei es nach Greiner, als Konfessionen gemeinsam das Evangelium von Jesus Christus in einer säkularen Welt zu verkünden und in erfahrbarer Liebe zu leben. Auch zwei Vertreter des im Jahr 1973 in Frankreich entstandenen Ordens „Chemin neuf“ („Neuer Weg“) aus jungen Konventen in Berlin und im südenglischen Brighton waren Mitglieder der Konferenz, „Solche Aufbrüche machen Hoffnung. Sie zeigen, dass Christus selbst seine Kirche baut – und oft auf ungeplante, überraschende Weise“, so Greiner.

Hintergrundinformation: Zur so genannten Coburg-Konferenz treffen sich alle zwei Jahre  Delegationen aus Leitungspersonen und weiteren ökumenisch Engagierten aus vier Kirchen: aus dem Kirchenkreis Bayreuth (evangelisch-lutherisch), der Erzdiözese Bamberg (römisch-katholisch), der Evangelischen Kirchen Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (uniert) und der Diözese Chichester (anglikanisch). Die Konferenz trägt ihren Namen vom Jugendhaus Neukirchen bei Coburg, wo sie im Jahr 1985 zum ersten Mal stattfand. Thema der diesjährigen Konferenz war neben dem üblichen Austausch über die aktuelle Situation die Bedeutung der Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften für das kirchliche Leben der vier Partner. Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner hatte dazu für den 5. bis 9. Oktober 2017 in das Gästehaus der Christusbruderschaft Selbitz eingeladen.

Bild: Mitglieder der Coburg-Konferenz in der Kapelle der Communität Christusbruderschaft Selbitz

Bayreuth, 9. Oktober 2017
Dr. Dorothea Greiner
Regionalbischöfin