Aktion "Gott-sei-Dank"-Brot - Pressetermin am 23. September 2011
Pressetermin „Gott-sei-Dank-Brot“
am 23.9. 2011 in der Bäckerei Fuhrmann, Bayreuth
Die Aktion „Gott-sei-Dank-Brot“ hat ihren Ursprung in Oberfranken, ist hierher zurückgekehrt und nun wirklich angekommen.
Kurz zum Hintergrund:
Im Jahr 2007 wurde die Aktion durch das evangelische Netzwerk „Gemeinsam für die Region“ zusammen mit der Evangelischen Jugend in Oberfranken entwickelt und durchgeführt.
Im Jahr 2008 fand sie sogar bayernweit statt unter Begleitung des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt. Damals war ich noch in München, las davon und war begeistert.
Mir erschien es selbstverständlich, dass diese Aktion weiterläuft. Sie ist zu gut, als dass sie nur ein einmaliger Event sein kann. Doch im Jahr 2009, dem Jahr meines Amtsantrittes als Regionalbischöfin, hörte ich nichts mehr davon.
Als mich im Juni 2009 der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Bäckermeister Thomas Zimmer besuchte, kam unsere Rede schnell auf diese Aktion. Nach wenigen Sätzen war klar, dass wir beide diese Aktion weiter fördern wollen.
Nun war es freilich schon spät im Jahr, doch wir setzten alle Hebel in Bewegung, sodass sich doch noch eine gute Zahl von Bäckereien beteiligte. Etwas Neues kam hinzu: Ich bat darum, dass in den beteiligten Bäckereien Grußkarten mit Brotgebeten ausliegen, die – passend zum „Gott-sei-Dank-Brot“ – anregen, Gott wirklich zu danken.
Zudem war es uns ein Anliegen, die katholische Kirche zu beteiligen. So rief ich im Ordinariat an und regte an, dass auf den Gebetskärtchen nicht nur meine, sondern auch die Unterschrift des Erzbischofs steht – und so war es dann auch.
Im Jahr 2010 war die Aktion also zurück in der Region, in der sie ihren Ausgang genommen hatte.
Ich glaube, dies kommt nicht von ungefähr. In Oberfranken ist das Handwerk stark, die Bäckereien, Metzgereien, die Brauereien, um die für die Genussregion besonders prägenden Zweige zu nennen. Die Oberfranken sind Menschen mit bodenständiger Esskultur. Ihre Liebe zum Landstrich geht durch den Magen. In Oberfranken ist die Aktion in der richtigen Region.
So zeitlich gedrängt die Vorbereitung der Aktion in 2010 lief, so klar war seit dieser Verständigung mit der Handwerkskammer und der katholischen Kirche, dass wir die Aktion in 2011 wieder durchführen wollen, nur entspannter und eingehender vorbereitet. Ich ging auf den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt zu und bat ihn, die Aktion wieder zu begleiten. Ein herzliches „Danke-schön“ an Sie, lieber Herr Helm, dass Sie sich gewinnen ließen und zusammen mit Pfarrer Guba und Pfarrer Thein die Aktion von evangelischer Seite vorbereiten. Ein herzliches „Danke-schön“ an die katholische Kirche, dass wir die Aktion ökumenisch durchführen. Ein wichtiger Begleiter war hier Regionaldekan Dr. Zerndl. Er wird auch mit den Pfarrern Thein und Guba den ökumenischen Auftaktgottesdienst am 25. September leiten.
Ein herzliches „Danke-schön“ aber vor allem an die Handwerkskammer – vertreten durch Präsident Zimmer – für die große logistische Unterstützung und an die Bäcker-Innung vertreten durch Obermeister Rindfleisch.
Warum wollen Handwerk und Kirchen gemeinsam diese Aktion? Ich glaube, dass diese Aktion in unserem Nachbarland Sachsen etwa kaum möglich wäre. Nur noch 25% der Bevölkerung sind Mitglied einer christlichen Kirche. In Bayern dagegen sind die Zahlenverhältnisse umgekehrt: 76 % der Bevölkerung bekennen sich zu ihrem evangelischen oder katholischen Glauben. Insbesondere gibt es gerade im Hand-werk noch viele, die ihre Hände falten. „Bete und arbeite“ ist nicht nur benediktinische Lebensregel, sondern auch die vieler Handwerker.
Daher kann man unser Interesse an dieser Aktion nicht folgendermaßen aufteilen:
Die Bäckereien wollen auf ihr Brot aufmerksam machen und die Kirchen auf den Dank an Gott für das Brot. Nein, für beides stehen wir gemeinsam ein – auch die Bäckereien für den Dank an Gott und die Kirchen für die Unterstützung der Brotherstellung beim heimischen Handwerk.
Unsere Kirche steht zum heimischen Handwerk, dafür sind die Bäckereien nur ein Beispiel, freilich ein gutes. Wir möchten nicht, dass überregional operierende Ketten, einen im Ort seit Generationen geführten Betrieb verdrängen. Das steuern wir auch durch unser Einkaufsverhalten. Anonyme Brotautomaten und Backshops in Supermärkten sind nicht super. Pfennigfuchserei beim Einkauf führt zur Verarmung unserer Orts- und Esskultur. Wir führen unsere Aktion daher bewusst mit und für die heimischen Handwerksbetriebe durch.
Im Vordergrund für uns Kirchen steht natürlich ein anderes Ziel, das aber auch für die Handwerksbetriebe gewiss nicht im Hintergrund steht:
Wir möchten, dass wieder mehr Menschen Gott „Danke“ sagen, gerade für das Brot. Dank an Gott macht glücklich.
Der Sinn der Aktion ist sehr einfach. Wenn in den Bäckereien vor Erntedank ein „Gott-Sei-Dank-Brot“ verkauft wird, erinnern sich manche Menschen überhaupt erst daran, dass am 2. Oktober das Erntedankfest ansteht. Sie nehmen ein „Gott-Sei-Dank-Brot“ mit nach Hause und werden zu Hause beim Brot-schneiden daran erinnert, dass dieses Brot ein Grund ist Gott zu danken. Der Gebetswürfel, den Kinder basteln können und die Grußkarten, die in den Bäckereien ausliegen, enthalten Brotgebete.
Es hat keinen Wert, zu klagen, dass die Frömmigkeit in den Familien abnimmt. Wir klagen nicht, sondern wir unterstützen die vielen, die das Gebet und die Dankbarkeit wieder gewinnen wollen. Gut, dass es diese Aktion gibt und dass das Interesse an dieser Aktion groß ist, wie sich an den über 2000 Zugriffen auf die betreffende Web-Seite im evangelischen Bildungszentrum Alexandersbad zeigt und an ungezählten Downloads auf der Internetseite des Kirchenkreises. Danke an alle katholischen und evangelischen Kirchengemeinden und die vielen Bäckereien, die mitmachen. Die „Gott-sei-Dank-Brot“-Aktion ist in Oberfranken angekommen. Gott sei Dank.
Dr. Dorothea Greiner
Regionalbischöfin