Das geistliche Wort zum Osterfest

Das geistliche Wort von Regionalbischöfin Dr. Greiner für die Osterausgabe der Zeitungen

Das geistliche Wort zum Osterfest 2014

Die bestbesuchten Gottesdienste sind die am Heiligen Abend. Dennoch ist nicht Weihnachten, sondern Ostern das Hauptfest der weltweiten Christenheit. Weihnachten gestalten wir liebevoll: Geschmückte Tannenbäume, häusliche Krippen, wunderschöne Lieder – all das hilft uns die Geburt Jesu mit allen Sinnen froh zu feiern.
Der Inhalt von Weihnachten ist auch leichter zu begreifen: Das Kind in der Krippe ließ sich anfassen. An Ostern dagegen haben wir nichts Greifbares. Im Gegenteil – sogar das Grab war leer.
Und doch ist Ostern das ältere Fest, älter als Weihnachten. Genau genommen feierten die ersten Christen seit Jesu Auferstehung jede Woche (!) sonntags Ostern. Sie trafen sich an jedem Sonntagmorgen zur Auferstehungsfeier. Mitte des 2. Jahrhunderts entstand dann das Osterfest als Höhepunkt im Jahreskreis. Das Weihnachtsfest kam erst im 4. Jahrhundert  hinzu.
Ich will Weihnachten nicht schmälern, vielmehr Ostern stärken. Denn es würde kein Mensch mehr von einem in Bethlehem geborenen Kind reden, keiner von einem auf Golgatha gekreuzigten Jesus sprechen, wenn das Grab nicht leer gewesen wäre, wenn das Unbegreifliche nicht geschehen wäre. Jesus begegnete Maria Magdalena, den Jüngern – ja sogar dem ungläubigen Thomas und sagte zu ihm: „Fass mich an. Greife in meine Wunde. Ich bin´s. Fürchte Dich nicht.“
Als Jesus auferstand, fiel ein neuer Blick auf sein Leben davor; da begriffen die Menschen die Bedeutung seiner Geburt.
Weil Jesus auferstanden ist, feiern wir Weihnachten. Darum lasst uns auch kräftig Ostern feiern. Ostern bedeutet: Der Tod trägt nie den Sieg davon, sondern das Leben durch Christus, der auferstanden ist. Auch wir werden leben. Der Auferstandene sagt uns: „Fürchte Dich nicht“. Lasst uns Ostern liebevoll gestalten mit der Feier der Osternacht, mit Posaunenklängen auf dem Friedhof und in Kirchen, mit Osterkerzen und Liedern, mit bunten Eiern und gebackenen Osterlämmern mit Siegesfahne. Christus hat den Tod besiegt. Er lebt. Darum singen wir an beiden Festen: „Halleluja“.

Ihre Dr. Dorothea Greiner
Regionalbischöfin