Illumination an der "Großen Krippe" in Marktredwitz

Grußwort von Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner zum Start der Illumination am 13.12.2014

Als wir in unserem Team die Große Krippe zu planen anfingen, zusammen mit dem Künstler Martin Burchard, war die Idee einer Illumination der Krippe oder der Umgebung noch gar nicht im Raum. Diesen Gedanken brachte die damalige Oberbürgermeisterin Frau Dr. Seelbinder ein und verfolgte ihn, um die Große Krippe zu unterstützen und zur Geltung zu bringen und zugleich natürlich ihrer Stadt etwas Gutes zu tun. Dass dies gelungen ist, darüber freuen wir uns nun, lieber Herr Oberbürgermeister Weigel, gemeinsam.
Ich danke Ihnen, liebe Frau Dr. Seelbinder und auch unserem Regierungspräsidenten als Vorsitzenden von Oberfranken Offensiv und dem ganzen Vorstand für die Finanzierung; und ich danke dem Coburger Design Forum Oberfranken zusammen mit der Hochschule Coburg für die technische Umsetzung.
Das Ursprungskunstwerk an diesem Ort, die Große Krippe und die Lichtinstallation treten nun in ein Wechselspiel. Licht und Advent bzw. Weihnachten gehören, seit Weihnachten gefeiert wird, unlöslich zusammen. Denn das christliche Weihnachtsfest löste das frühere heidnische Fest des „Sol invictus“, der unbesiegbaren Sonne, ab. Die Christen machten mit der neuen inhaltlichen Füllung des Festes erstens deutlich: Die Sonne ist weder ein Gott noch göttergleich. Zweitens: Christus ist Gottes Sohn und er vertreibt die Dunkelheit aus unserem Leben. Daher wird seine Geburt in den dunkelsten Tagen des Jahres im Umfeld der Wintersonnenwende gefeiert.

Ab wann auch offiziell nicht die Geburt der unbesiegbaren Sonne, sondern Jesu Christi als Licht der Welt gefeiert wurde – diese Information finden Sie auf den Tafeln an der großen Krippe, näher beschrieben im Begleitheft, das Sie am Kiosk geschenkt bekommen.
Natürlich finden Sie auch auf Tafeln an der Krippe und im Begleitheft, wann der Adventskranz eingeführt wurde und seit wann wir Weihnachtsbäume aufstellen. Auch diese beiden Bräuche nehmen die Lichtsymbolik auf.
Eigentlich sollten im Advent in unseren Häusern noch keine Weihnachtsbäume stehen, sondern erst ab Heilig Abend. Vor Weihnachten haben wir Adventskränze. An ihnen wird an jedem Adventssonntag je eine Kerze mehr entzündet, bis dann an Heilig Abend die Lichterfülle am Baum darauf hinweist, dass wir nun Christi Geburt feiern.
Weihnachten ist ein Kassenschlager. Das christliche Fest wird wirtschaftlich genutzt. Die Werbemaßnahmen stützen auch in gewisser Weise die Bekanntheit und Öffentlichkeitswirksamkeit unseres Festes. Doch darf der Kommerz das Fest nicht überfremden, sodass es unkenntlich wird. So ist durch die Werbestrategen von Coca Cola der Nikolaus zum Weihnachtsmann geworden, in den Farben von Coca Cola. Doch wer ist schon der Weihnachtsmann? Nikolaus war ein Bischof mit einem großen Herzen für Kinder, Rechtlose und Arme.
Ich würde mir wünschen, dass es wieder mehr Menschen gibt, die Bräuche in ihrem ursprünglichen Sinn kennen und so auch vollziehen. Wir brauchen die Inhalte der Bräuche.
Auch darum bieten wir in einem zweiten Heftchen einen Krippenweg an, der in die Weihnachtsbräuche einführt. Sieben Krippenwege haben wir für Sie darin zusammengestellt in dem Heftchen, mit dem Sie an der Großen Krippe entlang gehen können.
Einer der sieben Krippenwege handelt von Menschen, die von Weihnachten berührt wurden und zitiert, was sie zu Weihnachten sagen: Friedrich von Bodelschwingh, der Begründer der Diakonie in Bethel, der Behinderte und psychisch Kranke aufnahm und ihnen Heimat gab, sagte: „Advent und Weihnachten ist wie ein Schlüsselloch, durch das auf unseren dunklen Erdenweg ein Schein aus der Heimat fällt.“ Da ist sie wieder die Lichtsymbolik.
Und Catharina Elisabeth Goethe, die Mutter von Johann Wolfgang Goethe: „Das Christfest macht mir das Herz warm und froh. Sein heller Stern hat mir immer geholfen, wenn es dunkel und kalt war.“

„Warm und froh“, sagt Mutter Goethe. Nicht nur weil es um Licht geht, passt die Lichtinstallation zur Großen Krippe, sondern weil für die Coburger Lichtinstallationen typisch ist, dass sie ein besonders warmes Licht erzeugen. Kaltes Licht würde nicht zu Jesus passen. Denn Jesus Christus steht dafür, dass er Liebe und Wärme verbreitet. Das tat er zu Zeiten seines irdischen Lebens, und das geschieht durch ihn bis heute.
Nicht nur Menschen, auch Feste können ausbrennen, kalt und leer werden – selbst das Weihnachtsfest.  In Oberfranken sind wir mit unserer Großen Krippe offensiv, damit Advent und Weihnachten nicht verkommen zum kühlen Reibach durch Anheizen des Konsumwillens. Wir halten mit der großen Futterkrippe dagegen und machen zum einen mit der Länge deutlich: Damals in Bethlehem ist großes geschehen.
Zum anderen bringen wir mit der Futterkrippe zum Ausdruck: Diese Geburt des Sohnes Gottes ist Futter für unsere Seele. Denn diese Geburt geschah aus Liebe. Der Vater im Himmel hat uns aus Liebe den Heiland, den Retter für die Welt und für unser Leben geschenkt. Dieser Glaubensinhalt nährt unsere Seele. Diesen Inhalt veranschaulichen wir mit der großen Futterkrippe. Und mit der Illumination setzen wir auch ihn ins Licht.
Mögen uns die vielen warmen Lichter der Installation und unserer Kerzen in unseren Häusern an Jesus Christus erinnern, der wie niemand sonst auf dieser Welt unser Leben hell, warm und froh macht und unsere Seele nährt.

Singen wir ein Lied, das Christus als Licht preist.
„Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit.“