Bilderbücher der Schätze von 95 Kirchen: Inventarisierung der Markgrafenkirchen in Oberfranken

Übergabe Inventarisierungsbände in Melkendorf
Bildrechte: Susanne Sahlmann

Kulmbach. Ein großes Inventarisierungsprojekt steht nach rund dreijähriger Arbeit kurz vor dem Abschluss: Die Schätze von insgesamt 95 oberfränkischen Markgrafenkirchen wurden in 95 Bänden dokumentiert.

Nun übergab Regionalbischöfin Dorothea Greiner die 15 handgebundenen Inventarverzeichnisse von Markgrafenkirchen der Dekanatsbezirke Kulmbach und Thurnau an Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz sowie an Dekanin Martina Beck und Dekan Friedrich Hohenberger und an die Kommunen und Kirchengemeinden der inventarisierten 15 Kirchen.

Je ein Exemplar ihrer Kirche erhielten die Bürgermeister und die Pfarrerinnen und Pfarrer für die Kirchen von Alladorf, Hutschdorf, Kasendorf, Langenstadt, Thurnau und Wonsees (alle Dekanatsbezirk Thurnau), Melkendorf, Harsdorf, Kirchleus, Kulmbach-Spitalkirche, Presseck, Rugendorf, Trebgast, Untersteinach und Wirsberg (alle Dekanatsbezirk Kulmbach). Oberbürgermeister Ingo Lehmann konnte somit sogar drei der Inventarisierungsbände für die drei Markgrafenkirchen innnerhalb der Stadt Kulmbach entgegennehmen.

Die Übergabe fand im Rahmen eines Gottesdienstes in der St. Aegidienkirche in Melkendorf statt, den die Regionalbischöfin gemeinsam mit Dekan i. R. Peetz und Pfarrer Schmidt leitete. Dorothea Greiner sagte in ihrer Ansprache: „Kirchen sind sichtbarer Glaube. Die Inventarisierungsergebnisse dienen den Mitarbeitenden – wie zum Beispiel den Kirchenführerinnen – ihren Kirchenraum zu deuten und sichtbare Glaubensimpulse zu geben. Wunderbar, wenn das geschieht – hier in Melkendorf und in allen Kirchen.“

Regierungspräsidentin Piwernetz betonte in ihrem Grußwort: „Die Markgrafen von Kulmbach und Bayreuth haben in ihren Gebieten eine eigenständige, sehr anspruchsvolle Baukultur entwickelt, die noch heute die gesamte Region prägt. Die Markgrafenkirchen stehen für ein besonderes Kapitel Kirchengeschichte und Architektur, in dem protestantischer Barock am Hofe von Bayreuth entsteht, der von Aufklärung, Toleranz und Weltoffenheit geprägt war. Sie stehen auch für modernen Tourismus, der das Bedürfnis der Menschen nach Spiritualität und Emotion aufnimmt und so Besucherinnen und Gäste anzieht."

Mit den Ergebnissen des Inventarisierungsprojekts wird im Büro der Regionalbischöfin in Bayreuth und im Landeskirchlichen Archiv in Nürnberg ein Markgrafenkirchen-Archiv aufgebaut und für Forschungszwecke zugänglich gemacht.

Zum Hintergrund: 

Seit 2018 inventarisierte ein erfahrenes Team von Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern unter der fachlichen Leitung von Kirchenrat Helmut Braun, dem Leiter des Referats für Kunst und Inventarisation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, 95 Markgrafenkirchen und barocke Kirchen im Markgrafenstil.
Alle festen und beweglichen Gegenstände dieser 95 Markgrafenkirchen wurden vermessen und dokumentiert: Kirchenraum und Ausstattung, Kanzel und Altar, Altargerät, Bilder und Figuren – Historisches ebenso wie neue Anschaffungen.
Auch gab das lnventarisierungsteam Ratschläge zu Umgang, Erhaltung und falls nötig Restauration der Kunstschätze. Neben der Landeskirche unterstütze vor allem der Kulturfonds Bayern und die Oberfrankenstiftung dieses große Projekt.