Auch im Ruhestand den Markgrafenkirchen verbunden.

Pfarrer Hans PeetzIn kleinstem Rahmen hat die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner Pfarrer Hans Peetz in den Ruhestand verabschiedet, der in den letzten drei Jahren die Projektstelle zur Erschließung der Markgrafenkirchen innehatte.

Die Projektstelle hat die Aufgabe, die Markgrafenkirchen einer breiteren Öffentlichkeit zu erschließen. Allein im Kirchenkreis Bayreuth befinden sich um die 100 solcher Kirchen, deren Renovierung oder Bau von den Bayreuther Markgrafen verantwortet wurden. In einem großen, von der EU geförderten so genannten LEADER-Projekt entstehen z.B. Informationsmedien über die einzelnen Kirchen und die Internetseite markgrafenkirchen.de; es werden Kirchenführer ausgebildet und Kirchentouren veranstaltet. In einem weiteren Projekt werden Kunstschätze von fast 100 Kirchen werden wissenschaftlich erfasst. Eine Auswirkung der Erschließung der Kirchen ist auch, dass nun fast alle dieser Kirchen inzwischen werktags geöffnet sind.

Hans Peetz bleibt ehrenamtlich weiterhin Vorsitzender des Markgrafenkirchen e.V., der die Maßnahmen begleitet und Projektträger des LEADER-Projekts ist.

Regionalbischöfin Greiner würdigte die Leistung von Hans Peetz beim Aufbau dieser Projektarbeit: „Mit seiner großen organisatorischen, theologischen und pädagogischen Kompetenz und mit seinem Gespür für die Kunst war Hans Peetz die Idealbesetzung für diese Aufgabe.“ Sie hob bei der Verabschiedung hervor, dass Peetz auch auf seinen früheren beruflichen Stationen immer eine organisatorisch und theologisch führende und zugleich höchst integrative Persönlichkeit war: „Seine Bodenständigkeit, Frömmigkeit und persönliche Bescheidenheit waren wohltuend für alle Menschen, die ihm dienstlich anvertraut waren oder mit ihm kooperierten.“ Und: „Ihm verdanken wir zu einem großen Teil unser wunderbares evangelisches Gesangbuch!“

Pfarrer Hans Peetz war nach dem Vikariat in Bayreuth Pfarrer in Coburg, Studien-Inspektor am Predigerseminar Neuendettelsau und vorübergehender Leiter des Predigerseminars München, bevor er der erste „Referent für theologische Planungsfragen“ der bayerischen Landeskirche wurde. In dieser Aufgabe begleitete er nicht nur die Erarbeitung der bayerischen Ausgabe des Evangelischen Gesangbuchs; er entwickelte federführend auch das Handlungsfeld-Konzept, das die Arbeit der Landeskirche seit den 90er Jahren neu strukturierte.

Ab 1999 war Peetz für 17 Jahre Dekan von Bayreuth, zwölf Jahre lang gehörte er der Landessynode an, deren Organisations-Ausschuss er leitete. Den Ruhestand verbringt er mit seiner Frau Sabine in Fenkensees bei Seybothenreuth.

Die Projektstelle bleibt der Region noch zwei Jahre erhalten. Nachfolgerin von Hans Peetz auf der Projektstelle wird Pfarrerin Daniela Herrmann. Die 39-Jährige war bis 2017 Pfarrerin in Konradsreuth im Landkreis Hof – an einer Markgrafenkirche. Im Sommer schließt sie eine dreijährige Ausbildung zur Silberschmiedin ab und bringt in die neue Aufgabe Verständnis sowohl für die theologische wie auch die kunsthandwerkliche Dimension der Barockkirchen ein.