"Damit aus Fremden Freunde werden" Empfang für Haupt- und Ehrenamtliche am 16.01.2015

Schlusswort von Regionalbischöfin Dr. Greiner

Sehr geehrter Herr Becher, lieber Martin, bitte bleiben Sie mit Ihren Gesprächspartnern auf der Bühne und – sobald das Klavier zu spielen beginnt –bitte ich auch die Staatsministerin nach oben, ebenso Helmut Stoll von der Diakonie Bayern und Martin Abt, Sprecher der Diakonie im Kirchenkreis, sowie Pfarrer Michael Thein. Die drei Letztgenannten waren und bleiben nämlich –zusammen mit Herrn Becher – in gewisser Weise mein Beraterkreis für die Flüchtlingsfragen. Ich danke Ihnen von Herzen dafür.

Das Jahr 2014 der Lutherdekade „Reformation und Politik“, in dem ich mich der Asylbewerberfrage zugewendet habe, ist zu Ende. Wir sind im Jahr „Reformation - Bild und Bibel.“ Das aktuelle Büchlein dafür haben Sie erhalten. Doch wer sich der Bibel und Christus zuwendet, kann sich von den Flüchtlingen nicht abwenden. Nach diesem Jahr Beschäftigung mit diesem Thema Flüchtlinge ist es mir auch gar nicht mehr möglich, das Thema, die Menschen, wieder fallen zu lassen.
Unser Engagement wird im Jahr 2015 noch mehr gebraucht werden, zum einen, weil die Flüchtlingszahlen nicht abnehmen, zum anderen weil die Willkommenskultur nicht durch fremdenfeindliche pseudochristliche Kräfte ausgehöhlt werden darf, sondern im Gegenteil durch Christusfrömmigkeit gefüllt und gestärkt werden soll. Christus sendet uns zu den Fremden.
Es geht weiter.
-    Unser Kirchenkreis bekommt eine Erstaufnahmeeinrichtung in Bayreuth, das wollen wir hilfreich flankieren.
-    Der Flyer mit Grundinformationen zum Asylverfahren hat inzwischen die vierte Auflage. Er wird weiter erscheinen ständig aktualisiert werden.
-    Wir haben keinen lutherischen Gottesdienst für Flüchtlinge in englischer Sprache. Ab Advent dieses Jahres soll er in der Bayreuther Stadtkirche gefeiert werden, mit einem Liturgieheft in vielen verschiedenen Sprachen, arabisch eingeschlossen. Kommen Sie und bringen Sie Flüchtlinge mit.
Christen haben Kraft durch Christus, der sich identifiziert hat mit den Fremden. „Nous sommes étranger.“ Darum sind wir denen, die fremd sind, Freunde.

Dieses Thema „Damit aus Fremden Freunde werden“ singen wir zum Abschluss. Während des Vorspiels überreiche ich allen auf der Bühne einen kleinen Blumengruß als Dank.
Nach dem Klavierspiel bekommt auch Dekanatskantorin Schweizer-Elser einen Strauß. Es gibt keine Zufälle. Bei der Auswahl des Liedes wusste ich nicht, dass es ihr Vater war, der Melodie und Text dieses Liedes schrieb.

Nach dem Lied sind Sie alle eingeladen zu den Ständen, die sechs der Unterstützergruppen vorbereitet haben, zu ess- und trinkbaren Leckereien und zum Gespräch. Ich danke Ihnen für Ihr Kommen und noch mehr für Ihre Freundschaft zu den Fremden.