Ein neues Gesicht für die Markgrafenkirchen

Daniela Herrmann, Dorothea Greiner, Hans Peetz

Pfarrerin Daniela Herrmann ist als neue Stelleninhaberin auf der Projektpfarrstelle „Erschließung der Markgrafenkirchen“ eingeführt worden. In dem Einführungs-Gottesdienst in der Bayreuther Ordenskirche St. Georgen wurde am Sonntag zugleich ihr Vorgänger Hans Peetz in den Ruhestand verabschiedet.

Die Erschließung der Markgrafenkirchen in Oberfranken geht weiter. Die neue Stelleninhaberin ist in der Nähe von Würzburg aufgewachsen und studierte evangelische Theologie in München, Wien und Erlangen. Nach dem Vikariat in Betzenstein und Rotthalmünster war sie sieben Jahre lang Pfarrerin in Konradsreuth im Landkreis Hof. Dort initiierte und verantwortete sie die großangelegte Generalsanierung der dortigen Pfarrkirche, die in Stil und Baugeschichte eine lupenreine Markgrafenkirche ist. Regionalbischöfin Greiner: „Schon bei dieser Sanierung im Jahr 2016 zeigte sie Organisationsgeschick und Gefühl für Kunst und Raum.“

In den letzten drei Jahren war die 39-Jährige vom Pfarrdienst beurlaubt. In dieser Zeit absolvierte sie eine Silberschmiede-Lehre an der staatlichen Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren-Neugablonz. Für ihre neue Aufgabe bringt sie nicht nur Erfahrung in Pfarramtsführung und mit Markgrafenkirchen mit, sondern auch den Blick einer Fachfrau für die kunsthistorischen und kunsthandwerklichen Schätze unserer Markgrafenkirchen. „Du bist die Richtige als Pfadfinderin zur weiteren Erschließung dieses Kirchentyps, den vor fünf Jahren so gut wie niemand kannte“, sagte die Regionalbischöfin der neuen Stelleninhaberin zu.

Die Projektstelle „Erschließung der Markgrafenkirchen“ wurde Anfang 2017 geschaffen und nun bis April 2022 verlängert. Sie hat die Aufgabe, die Markgrafenkirchen einer breiteren Öffentlichkeit zu erschließen. Allein im Kirchenkreis Bayreuth befinden sich um die 100 solcher Kirchen, deren Renovierung oder Bau von den Bayreuther Markgrafen verantwortet wurden. Dazu dient eine breite Palette von Maßnahmen: von Informationsmedien und Kirchentouren über die Beratung von Kirchengemeinden bis zu einem groß angelegten Projekt zur wissenschaftlichen Erfassung der Kunstschätze von fast 100 Kirchen. Auch eine Präsentation im Welterbezentrum Markgräfliches Opernhaus ist geplant. Die Arbeit der Projektstelle ist eng vernetzt mit dem Verein Markgrafenkirchen e.V., der seinerseits Träger eines großen, von der EU geförderten so genannten LEADER-Projekts zur Erschließung der Markgrafenkirchen ist. Eine Auswirkung dieser Arbeit ist auch, dass nun fast alle dieser Kirchen inzwischen werktags geöffnet sind.