Eröffnung "Oberfranken leuchtet"

Eine Markgrafenkirche im Licht – 250 Jahre Bartholomäuskirche in Bindlach am Freitag, 26. Oktober 2018 um 18:00 Uhr Bartholomäuskirche, Bindlach.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Oberfranken leuchtet. Heute und in den nächsten zehn Tagen ist es die Bartholomäuskirche in Bindlach, die in hellem Glanz erstrahlt. So wird sie im Jahr ihres 250. Geburtstags wunderschön ins warme Licht gerückt. Das freut uns alle, die wir hier sind.
Zur Eröffnung dieser Illumination begrüße ich Sie als Regionalbischöfin und als Vorsitzende des Vereinsrates des Markgrafenkirchen e.V. sehr herzlich.

Mehrere Lichtinstallationen habe ich schon erlebt – alle beeindruckend.  Oberfranken offensiv trägt durch diese Aktionen dazu bei, dass wir etliche Schönheiten Oberfrankens bewusster wahrnehmen. Wer die Installationen besucht, behält eindrückliche Bilder in der Seele.
Ich danke „Oberfranken Offensiv“, dass es im Rahmen der Aktion „Oberfranken leuchtet“ in diesem Jahr erstmalig eine Markgrafenkirche ins rechte Licht rückt. Danke für diese besondere Form der „Inwertsetzung“ unserer Bindlacher Bartholomäuskirche. Mit der Illumination einer Markgrafenkirche wird ein Kirchentyp angestrahlt, für den Licht stets ein erfolgreich bearbeitetes Thema ist.
Doch dazu später. Denn erst möchte ich einige unter uns namentlich begrüßen, denen wir verdanken, dass wir heute die Kirche im Licht bewundern können.

Sie, liebe Frau Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz nenne ich zuerst, denn als Vorsitzende von Oberfranken Offensiv und als stellvertretende Vereinsratsvorsitzende unseres Markgrafen-kirchenvereins stehen Sie für beide Veranstalter des heutigen Abends. Wir freuen uns auf Ihre Rede.
Mit Ihnen begrüße ich die übrigen anwesenden Mitglieder von „Oberfranken Offensiv“ bzw. deren Vertreterinnen und Vertreter……..,
dazu den Geschäftsführer, Herrn Frank Ebert – ebenfalls Mitglied unseres Vereinsrates – und besonders Frau Gabriele Teufel. Sie hat die organisatorische Hauptarbeit geleistet.

Ich begrüße den noch amtierenden Landtagsvizepräsidenten, Herrn Peter Meyer und Generalstaatsanwalt Thomas Janovsky.

Die Lichtinszenierung wird vom Coburger Design Forum Oberfranken zusammen mit Hochschule Coburg durchgeführt. Ich begrüße unter uns den stellvertretenden Vorsitzenden des Coburger Design Forums Oberfranken, Herrn Rainer Kober und ganz besonders diejenigen, die diese Installation konzipiert und umgesetzt haben: Dipl. Ing. Michael Müller, der die Leitung hat, und die Studierenden der Fakultät Design an der Hochschule Coburg.

Ich grüße den Landrat des Landkreises Bayreuth, Hermann Hübner, und danke Dir, dass Du für den Landkreis und die kommunale Ebene ein Grußwort sprechen wirst. Für Dich als Bindlacher wird die Illumination „Deiner“ Bartholomäuskirche eine besondere Freude sein. Heute sehen wir Dich in Zivil und nicht, wie beim Gründungsfest unseres Vereins letztes Jahr – auch hier in Bindlach, als Markgraf kostümiert.
Ein herzliches „Danke“ an Bürgermeister Gerald Kolb, samt den Mitgliedern des Bindlacher Gemeinderates, für die organisatorische und technische Unterstützung durch die Gemeinde und ihren Bauhof.

Für die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern begrüße ich das Mitglied der Landessynode Herrn Gerhard Herrmannsdörfer.
Unsere Landeskirche hat das Großprojekt der „Erschließung der Markgrafenkirchen in Oberfranken“ durch die Einrichtung und Finanzierung einer befristeten Pfarrstelle unterstützt, die Pfarrer Hans Peetz, inzwischen Vorsitzender unseres Markgrafenkirchenvereins, innehat. Seine organisatorische und inhaltliche Arbeit – auch in Vorbereitung dieses Abends – kann nur unterschätzt werden.
Der ganze Dekanatsbezirk Bayreuth-Bad Berneck ist stolz auf Bindlach als Urpfarrei der Region und seine 250-jährige strahlende Jubilarin. Für den Dekanatsbezirk begrüße ich Dekan Hacker, Herr Dekan Guba, zugleich Mitglied des Vereinsvorstands.
Neben den genannten Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Herrn Frank Ebert heiße ich als weitere Mitglieder des Vereinsrats des Markgrafenkirchenvereins Frau Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und Herrn Dr. Manuel Becher willkommen , sowie weitere Mitglieder des Markgrafenkirchen e.V..
Die Kirchengemeinde Bindlach hat echte Gastgeberqualitäten. Alle Achtung! Wir haben hier, wie oben erwähnt, die Vereinsgründung des Markgrafenkirchenvereins begangen, ein besonderer musikalischer Abend der Hochschulstiftung konnte hier stattfinden und etliche Empfänge im Rahmen des diesjährigen Jubiläums waren zu bewältigen, so etwa am Muttertag. Ich danke für die Gastfreundschaft auch heute, allen voran Pfarrerin Susanne Memminger, Pfarrer Edmund Grömer, dem Kirchenvorstand und allen aktiven Mitarbeitenden. Ich grüße anlässlich des Jubiläums nochmals alle Bindlacher Gemeindeglieder und gratuliere Ihnen allen sehr herzlich.
Mein Dank gilt schließlich den Musikerinnen von der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth, Teresa Pfefferkorn und Theresa Valtl an der Harfe sowie Yeeun Kim an der Orgel. Auch Musik kann strahlend schön sein, gerade die Musik des Barock.

Licht, so hatte ich eingangs gesagt, ist in Markgrafenkirchen immer ein erfolgreich bearbeitetes Thema. Denn eine Markgrafenkirche ist immer eine helle Kirche. Die großen barocken Fenster gehen oft hinter den Emporen bis zum Dach hoch, sodass das Tageslicht den Raum fluten kann. Das soll so sein, denn das liebliche, sanfte Farbenspiel, das diese Kirchen in Stuck und Malerei an Kanzelaltar, Emporen- und Deckengestaltung prägt, braucht Licht, um zu wirken.

Sicherlich äußert sich in dieser Helligkeit auch der Geist der Aufklärung, der die Welt erleuchten will und dunkle Geheimnisse nicht duldet. Er will mündige Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht hinters Licht führen lassen und so die Welt bessern durch das Licht der Vernunft.
Auch Wilhelmine und Friedrich von Bayreuth hingen diesem aufklärerischen Geist an. Die Aufklärung führte freilich auch zu Exzessen der Vergötterung menschlicher Vernunft. Nicht so in den von den Markgrafen verantworteten Kirchen. Hier leuchtet und strahlt Gott. Er ist herrlich, heilig, hell. Golden glänzt das Dreieck als Symbol des dreieinigen Gottes mit den leuchtenden Strahlen, die von ihm ausgehen.
Keine Markgrafenkirche ohne Gold. Denn Gold ist in der christlichen Ikonographie mehr als eine Farbe. Es steht für Gott, sein Licht, das er sendet und den Himmel, das Licht, das ihn umgibt. Gold fängt und reflektiert das Licht; bringt das Licht zum Leuchten; so wie auch der Glaube, das Licht menschlicher Vernunft fängt und zum Leuchten bringt. Der Friede Gottes ist eben höher als alle Vernunft. Die Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang.
Neben Gold fehlt auch selten das Silber in Markgrafenkirchen. Es wurde den Farben beigegeben, so dass sie umso mehr glänzten. Metallic look für Gott und einen fröhlichen Glauben mit hellem Geist.
 
Eine Markgrafenkirche im Licht heute und in den kommenden 10 Tagen außen - und tagtäglich innen. Kaum eine Markgrafenkirche ohne einen groß dargestellten Auferstandenen Christus. Und immer geht Licht von ihm aus.
Hier in Bindlach sehen wir oben auf dem Altar die „Verklärung Christi“. Man könnte sagen: eine Lichtinszenierung besonderer Art. Denn Christus erstrahlt in einem solch göttlichen Licht, dass die Jünger geblendet ihr Gesicht verbergen müssen. In der biblischen Geschichte im Matthäusevangelium (17,2). heißt es: „Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.“
Die Jünger sind so fasziniert, dass sie die lightshow zum Dauerzustand machen wollten - vielleicht wie die Bindlacher die besondere Beleuchtung ihrer Kirche.
Doch ebenso wie die Erleuchtung der Kirche nicht Selbstzweck ist, sondern ihre Schönheit vor Augen führen soll, so ist das Licht um Christus nicht Selbstzweck. Alles zielt darauf hin, dass eine Stimme aus einer Lichtwolke spricht: „Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören.“
Gott selbst redet und mahnt, auf Jesus Christus zu hören. Die Hoffnung und das Vertrauen der Erbauer der Markgrafenkirchen bestand darin, dass in der Predigt von der darunter liegenden Kanzel Christus verkündigt und gehört wird. Alles in den Markgrafenkirchen zielt darauf ab, das Licht des Evangeliums Jesu Christi, aufzunehmen. Denn Christus ist und bleibt das Licht der Welt.

Diesem Lichtprogramm innen korrespondiert nun das Lichtprogramm außen.
Die Lichtinstallation, die wir heute eröffnen, hebt die Bartholomäuskirche aus dem Dunkel der Nacht hervor. Es geht in den November hinein, in die dunkle Jahreszeit. Übermorgen beginnt die Winterzeit. Für die Lichtinstallation ist das nur gut, weil die Bartholomäuskirche in den länger werdenden Nächten umso länger hervorleuchtet. Diese Lichtinszenierung wirkt fast schon adventlich. Es könnte uns erinnern an die Worte Propheten Jesaja, die wir immer  im Advent hören: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht.

Ich hatte dargestellt: Markgrafenkirchen sind licht und hell, weil sie architektonisch und künstlerisch verkünden wollen, welch ein Licht Christus ist, wie Gottes Weisheit uns erleuchtet. Er ist herrlich, heilig, hell.
Am Ende füge ich nun hinzu: Diese Kirchen wollen ein zweites. Sie wollen uns hell, licht, fröhlich machen durch den Glauben, den sie uns verkünden, durch den offenen Himmel, den sie über uns in Gemälden öffnen, durch Gottes Gegenwart, die über uns strahlt, durch Christus, den wir in uns aufnehmen. Wir, die wir diese Kirche aufsuchen, sind zugleich ihr Ziel.
Markgrafenkirchen rufen: Du Menschenkind bist ein Gotteskind, stehst in seinem Licht, umgeben von seiner Gegenwart. Mache Dich auf, öffne Dich, denn Dein Licht, Gott selbst, kommt zu Dir, ja er strahlt auf über Dir.
Bibelkundige wissen, dass ich den Markgrafenkirchen gerade einen Ruf des Propheten Jesaja in den Mund gelegt habe.  „Mache Dich auf, werde licht, den Dein Licht kommt”, dieser Ruf lässt sich sogar singen. Dazu lade ich Sie jetzt ein.
Wir hören den Kanon erst einmal durch die Harfe. Dann singen wir ihn zweimal einstimmig und dann teile ich die Gruppen ein zum vierstimmigen, strahlenden Gesang.