Leben mit Demenz. Ökumenische Eröffnung der „Woche für das Leben“

Woche für das Leben Predigt RB Dr. Greiner
Bildrechte: Caroline Zahn

Bayreuth/Rehau. Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner aus Bayreuth und Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg eröffneten am 29. April um 14.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadtkirche St. Jobst in Rehau gemeinsam die „Woche für das Leben“ in Oberfranken. In diesem Jahr steht die bundesweite Aktion unter dem Motto „Mittendrin. Leben mit Demenz“. Der Gottesdienst war deshalb bewusst demenzfreundlich gestaltet: mit kurzen Worten, starken Symbolen, vertrauter Musik und begrenzter Dauer. So konnten auch von Demenz betroffene Menschen mit ihren Angehörigen mitfeiern und waren herzlich eingeladen.

Im Anschluss fand in einem eigenen zweiten Teil um 16.00 Uhr in der Kirche ein moderiertes Podiumsgespräch statt. Die Krankheit Demenz und der Umgang mit ihr wurde aus ärztlicher, diakonischer, ehrenamtlicher und persönlicher Perspektive beleuchtet. Die neugegründete Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken informierte außerdem über ihr Beratungsangebot.

Woche für das Leben Podiumsgespräch
Bildrechte: Caroline Zahn

Regionalbischöfin Dorothea Greiner ermutigt dazu, demenzsensible Gottesdienste in den Kirchengemeinden anzubieten. Sie sagt: „Menschen mit Demenz gehören zu unseren Gemeinden und wir verstehen sie als liebenswerte Glieder unserer Gemeinden.“ Die Kirchengemeinden im Kirchenkreis Bayreuth erhalten dafür konkrete Unterstützung durch eine von der Regionalbischöfin neu herausgegebene Arbeitshilfe. Das 30seitige Heft wurde in Kooperation mit Fachleuten eigens erarbeitet; es gibt Hinweise und Textbeispiele für die Gottesdienstgestaltung. Sie wurde bei der Eröffnung der Woche für das Leben vorgestellt und ist dort erhältlich.

Zum Hintergrund:

In der Woche für das Leben engagieren sich evangelische und katholische Christen seit 1991 gemeinsam für den Schutz des menschlichen Lebens und machen die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen bewusst.

Wer erlebt, dass ein nahestehender Mensch an Demenz erkrankt, sieht sich konfrontiert mit einer Vielzahl von wachsenden Herausforderungen. Nicht selten kommt es rasch zu Überforderung innerhalb der betroffenen Familie. Umso wichtiger sind die zahlreichen Unterstützungsangebote, die es inzwischen gibt. Die Woche für das Leben 2022 will das Thema Demenz ins Gespräch bringen und auf Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten für Betroffene und ihre Angehörigen im familiären Alltag aufmerksam machen.