Weidenkirche in Coburg eingeweiht

Regionalbischöfin Berthild Sachs in der neuen Weidenkirche in Coburg
Bildrechte Gerlinde Knauer

Regionalbischöfin Berthild Sachs in ihrer Predigt zur Einweihung am 26. Juli 2026: 

"Ja, ich bin gespannt, was der Herr der Kirche mit dieser ganz besonderen Kirche der Zukunft in Zukunft vorhat: Eine selbstwachsende Kirche – aber auch sie braucht, wie jedes Bauwerk, Geduld und Ausdauer. Sie ist Kirche im Werden – und wird ab sofort mit Leben gefüllt – und wird sich von selbst mit Leben füllen. Denn sie ist eine Kirche ohne Türen. Und sie ist nach oben offen. Der Blick zum Himmel ist immer möglich, und er wird immer anders sein. Jeder und jede wird spüren, was von oben kommt – Sonne und Licht, eine kühle Brise, eine graue Wolkendecke, Dämmerung, Regen oder Schnee. 

Eine Kirche, offen für jeden, mitten im Park – aber damit auch den Gezeiten des Lebens, einer Stadt, ihrem Wetter schutzlos ausgesetzt. Das ist herausfordernd! Das braucht Gottvertrauen. Das braucht immer wieder Vergewisserung. Es ist die Kreativität, die Schöpferkraft Gottes, die aus diesen noch ganz kleinen Weidenschößlingen Kirche der Zukunft wachsen lässt. Es braucht die Kreativität, die Gott uns Menschen geschenkt hat, diesen Ort immer wieder neu in den Dienst Gottes zu stellen. Als geistlichen Ort für junge Menschen, für Suchende, für Ruhebedürftige. Als Ort des Gotteslobs, des Schöpferlobs und Ort für Gemeinschaft der Kinder Gottes. Feiernd wie heute. Oder aufatmend in der Morgen- und Abendstille. Mit Posaunenklängen am Ostermorgen, oder mit Kerzen am Heiligen Abend. 

Weiden sind unscheinbare Bäume. Sie tragen keine großartigen Früchte. In der Bibel stehen die Weiden immer in Verbindung mit Wasser. Sie sind Orte des Lebens. Sie stehen für Erfrischung und Erneuerung, die nicht aus uns selbst kommt. So ein Ort möge diese Weidenkirche im Ketschendorfer Park sein. Gebe Gott, dass sie wächst und Zukunft gestaltet und Frucht bringt."